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Fragen und Antworten rund um das Thema

Foto: In die Mitte kommen

Ist Legasthenie heilbar?

Da Legasthenie nach unserem Verständnis keine Krankheit ist, ist sie nicht "heilbar". Von Legasthenie spricht man bei einer gewissen Diskrepanz zwischen Intelligenz einerseits und Lese– Rechtschreibleistung andererseits. Von Dyskalkulie spricht man bei einer gewissen Diskrepanz zwischen Intelligenz und der Leistung in Mathematik. In beiden Fällen liegt eine andere Art der Wahrnehmung vor. Damit verbunden sind bestimmte Fähigkeiten (wie bildhaftes Denken, das Vermögen, sich bewusst zu desorientieren, Fantasie).Diese Fähigkeiten können genutzt werden, um die lernbehindernden Folgen der Legasthenie zu korrigieren.

Ist die Korrektur der Legasthenie in einer Woche möglich?

Nein. In einer Woche (ca. 30 Stunden) kann eine Basis geschaffen werden für die selbständige Weiterarbeit zu Hause, mit Anleitung und Unterstützung bei Bedarf. Am Ende der Woche wird, zusammen mit dem Klienten/der Klientin und den Eltern ein Wochenplan erstellt. Damit trotz schulischer Anforderungen (Hausaufgaben, Lernen für Tests...) keine Überforderung entsteht, kann man davon ausgehen, dass die häusliche Weiterarbeit sechs Monate bis anderthalb Jahre dauert. Der Klient/die Klientin kann bereits am Ende der Beratungswoche umgehen mit Orientierung und Entspannung sowie der Technik der Symbolbeherrschung. Der anschließende Prozess wird durch die im Programm enthaltene Nachsorge begleitet und unterstützt. Vor Beendigung dieser Zeit gibt es immer wieder deutliche Fortschritte und Erfolge.

Welche Methode ist geeignet?

Einen Überblick über verschiedene Methoden gibt das Buch von Robin Temple.
Die Davis®-Legasthenie-Korrektur appeliert an die Stärken, sie ist lösungsorientiert (nicht symptomorientiert)! Sie spricht die Kreativität an und ist sehr motivierend!

Gehört die Davis®-Methode zu den "alternativen Methoden", deren Wirksamkeit nicht belegt ist?

Obwohl die Davis-Methode weltweit die am meisten verbreitete Legasthenie-Korrektur-Methode ist (in 39 Ländern in 29 Sprachen, Stand: April 2007), gehört sie nicht zu den „etablierten“ oder traditionellen Methoden. Was als „alternativ“ oft in einen Topf geworfen wird, hat allerdings inhaltlich nichts miteinander zu tun. Wie jede erfolgreiche Arbeit hat auch die unsere Gegner. Da ist z.B. zu lesen, Davis gehöre zu den Methoden, die nichts mit dem Lesen und Schreiben zu tun haben. Dies ist komplett falsch. Wir arbeiten zwar auf jeden Fall lösungs- und nicht symptomorientiert, selbstverständlich aber auch intensiv mit dem Lesen und der Rechtschreibung. Das ist teilweise auch beschrieben in den Büchern von Ron Davis. Keinesfalls aber lassen wir Rechtschreiben „trainieren“ (konditionieren) durch immer wieder Abschreiben eines Fehler-Wortes.
Die Davis-Methode hat nichts mit „Esoterik“ zu tun, sie ist durchwegs logisch, Erfolge sind durchaus nachweisbar. Wegen Studien, Projekten, wissenschaftlicher Arbeiten fragen Sie bitte bei DDAI oder DDA DACH (Das Legasthenie-Institut in Hamburg) nach (siehe LINKS).

Muss Legasthenie attestiert sein um eine Davis®-Beratungswoche zu absolvieren?

Nein. Die Wahrnehmungsdiagnose (nach Davis) sowie ein ausführliches Erstgespräch zeigen, ob mit der Davis-Methode erfolgreich gearbeitet werden kann. Ein Legasthenie-Test ist nicht Voraussetzung, kann aber für die Schule sinnvoll sein. Legasthenie hat viele Facetten; nach wie vor wird sie sehr häufig nicht oder erst nach Jahren erkannt.
Es gibt eine Liste von 37 Merkmalen. Von diesen haben die meisten Legastheniker etwa zehn. Auf Wunsch sende ich diese Liste gerne zu. Dem kann gegebenenfalls ein ausführliches, unverbindliches und kostenloses Telefongespräch zur Orientierung folgen.

Ist eine Beratungs-Woche auch für andere Lernprobleme sinnvoll?

Ja, möglicherweise.
Eltern mit mehreren Schulkindern haben mir mehrfach mitgeteilt, dass so eine Woche "jedem Kind gut täte". Kindern mit Konzentrationsproblemen beispielsweise kann sehr gut geholfen werden. Durch eine Intensiv-Woche (ca.30 Stunden) in Einzelarbeit wird der Prozess nicht so schnell abgebrochen: Orientierung, Entspannung, Umgang mit Energie... Erfolgserlebnisse stellen sich rascher ein, was wiederum die Motivation erhöht. Das gilt nicht nur für sogenannte Legastheniker.

Verspricht die Davis®-Legasthenie-Beratung Erfolg?

Ja, die Erfolgsquote liegt bei über 90 %. Voraussetzung sind ein gewisses Problembewusstsein beim Klienten/bei der Klientin und der Wille, etwas zu verändern. Nach einer Woche sind Erfolge auf jeden Fall sichtbar. Wichtig ist danach aber auch die Weiterarbeit zu Hause, ohne diese können sich kaum weitere Erfolge einstellen.

Kann sich Legasthenie "auswachsen"?

Wie Ronald Davis in seinem Buch "Legasthenie als Talentsignal" anschaulich erklärt, gibt es zwei Arten des Denkens: Denken in Bildern oder in Wörtern. Das Wort-Denken entwickelt sich in manchen Fällen verspätet. Dann haben sich in der Schule schon Probleme eingestellt. Später kann dann der Schüler/die Schülerin evtl. besser zurechtkommen. Er/sie hat dann aber schon manche Zwangslösung entwickelt, ohne die er/sie nicht zurechtkommt; echtes Lernen ist aber dadurch blockiert.
In manchen Fällen entwickelt sich kein Wort-Denken! Das bedeutet keinen Mangel an Intelligenz!! Es macht aber Probleme bei zu abstrakten, bildlosen Informationen, ein anderer Weg des Lernens ist notwendig.
Oft werden die Schulprobleme in höheren Klassen größer durch zunehmenden Zeit- und Stoffdruck oder Fremdsprachen. Manches kann der Legastheniker durch seine gute Intelligenz ausgleichen, hat aber dadurch einen erhöhten Aufwand an Energie! Das führt häufig zu Erschöpfung, Unlust, Konzentrationsmangel...

Können Legastheniker im Beruf erfolgreich werden?

Ja! Legastheniker können auf jeden Fall in allen möglichen Berufen sehr erfolgreich werden, sogar als Schriftsteller! Dafür gibt es zahlreiche Beispiele! Voraussetzung ist, dass der Mensch zu seiner Kreativität und zu seinem gesunden Selbstbewusstsein und Selbstwert findet!
Beispiele für erfolgreiche Legastheniker finden Sie im Buch von Ronald Davis "Legasthenie als Talentsignal" und im Zeitungsartikel.

Kann man das Verwechseln von rechts und links in den Griff bekommen?

Ja. Viele Legastheniker haben solche Probleme, aber nicht alle. Mit dem Orientierungstraining kann Abhilfe geschaffen werden.

Die Handschrift meines Kindes ist schier unleserlich! Kann man erfolgreich helfen?

Ja. Eine kaum lesbare Handschrift ist manchmal mit Legasthenie verbunden.
Es gibt im Wesentlichen drei mögliche Ursachen dafür. In einer Davis®-Legasthenie-Beratungswoche kann geholfen werden.

Unser Kind ist zwar sportlich, stolpert aber über die eigenen Füße! Warum ist es ungeschickt?

Diese Art von Koordinierungsproblemen nennt man "Dyspraxie". Sie hat mit einem falschen Orientierungspunkt zu tun. Dieser kann verändert werden, und damit entsteht eine korrekte Wahrnehmung, die Bewegungsabläufe werden dadurch harmonisch.

Haben Legastheniker Sprech- und Sprachschwierigkeiten?

Nur in seltenen Fällen. Legastheniker können durchaus sprachbegabt sein und gerne reden. Manchmal haben sie schlechte Noten in Grammatik-Tests, wenn der Inhalt solcher Tests nicht bildhaft vermittelt wird. Dabei spricht derjenige aber grammatikalisch einwandfrei richtig.

Was hat Legasthenie mit Mathematik zu tun?

Legastheniker können mathematisch sehr begabt sein. Es kann aber auch zu mehr oder weniger großen Schwierigkeiten kommen. Bei sehr gravierenden Problemen spricht man von Dyskalkulie. Die Ursachen sind im Wesentlichen dieselben wie bei der Legasthenie. Es gibt ein spezielles Basis-Programm. Aber auch wenn keine Dyskalkulie vorliegt, ist durch die legasthenen Symptome Mathematik oft schwierig. Beispielsweise stellen Textaufgaben Hürden dar, Mengen werden schwer erfasst, es wird mit Fingern oder irgendwelchen Tricks gerechnet, der Schüler/die Schülerin weiß die Antwort, kann aber den Rechenweg nicht aufschreiben. Hier helfen Davis-Orientierungsberatung und Symbolbeherrschung.

Nachhilfe oder Basis-Förderung bzw. Davis®-Legasthenie-Beratung?

Nachhilfe, privat oder bei einem Institut, hat ihren Sinn bei vorübergehenden Lern-Rückständen durch Krankheit, Krisenzeiten, Pubertät... Ebenso der Förderunterricht in der Schule in Kleingruppen. Nachhilfe-Lehrer (in manchen Instituten auch Studenten) haben aber keine spezielle Ausbildung, um angemessen umgehen zu können mit Teilleistungsschwächen, geschweige denn mit Legasthenie, Dyspraxie, Dysgraphie Dyskalkulie oder ADHS. Das Problem ist dann auch, dass die Erfahrung fehlt im Erkennen der Ursachen der Probleme. Also wird nur symptomorientiert gearbeitet. Das Ergebnis ist dann eine lange Zeit der Abhängigkeit . („Nur langfristiger Unterricht verspricht langfristigen Erfolg,“ heißt es dort). Hinzu kommt, dass der Frust der Schüler wächst, und damit allmählich das Abgeben jeder Eigenverantwortung, das Schwinden von Selbstwert, da ja die besondere Art der Wahrnehmung vom Nachhilfelehrer nicht gesehen wird. Oder es gibt gewisse Fortschritte, die aber längst nicht dem eigentlichen Potential entsprechen. Herkömmliches Üben ist zudem bei Legasthenie für das Lesenlernen aus hirnphysiologischen Gründen kontraproduktiv! (Artikel von Abigail Marshall in „Dyslexic Reader“ Ausgabe Nr.1, 2004 „Gehirnuntersuchungen zeigen: Legastheniker lesen besser mit alternativen Strategien.“)
Um dem einzelnen Menschen in seinem Lernverhalten gerecht zu werden, arbeiten wir immer (zumindest in den ersten 30 Stunden) mit einzelnen Klient/innen. Die Eltern sind während der meisten Zeit dabei, um die Arbeit im Anschluss an die Woche mit dem Kind einzuüben. Oft ist dann die Weiterarbeit zu Hause (unter Anleitung) schon ausreichend, manchmal gibt es eine „Knet-Werkstatt“ zu einem späteren Zeitpunkt in einer Kleinstgruppe mit zwei bis vier Klient/innen...

Warum arbeiten wir Davis®-Berater 30 Stunden in einer Intensiv-Woche? Ist das nicht zu anstrengend?

Es ist nicht zu anstrengend, bei entsprechend sinnvoll genutzten Pausen, angewendeten Entspannungsübungen und manueller Tätigkeit.
In der Davis-Legasthenie-Korrekturarbeit wird eine Vielzahl neuer Techniken gelernt, die kontinuierliche Prozesse erfordern und nicht in kurzen Einheiten wie eine Stunde pro Woche gelernt werden können. In ca. 30 Stunden wird die Grundlage geschaffen, auf der Klient/in und Eltern im Anschluss selbständig weiterarbeiten können. In dieser Zeit von fünf oder sechs Tagen gibt es bereits viele Erfolgserlebnisse. Würde man nur eine Stunde pro Woche arbeiten während der Schulzeiten, so müsste man fast die doppelte Stundenzahl rechnen, da viele Wiederholungen nötig wären. Das bedeutet, dass ein ganzes Schuljahr nicht ausreichen würde, um zum selben Ergebnis zu kommen, wie nach einer Beratungswoche mit 30 Stunden! Das wollen wir unseren Klient/innen und den Eltern nicht antun.

Werbewind 2006